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Was mich bewegt.

Körperhaltung und Bewegung als individueller Ausdruck eines Menschen, untrennbar verwebt mit seinen Gefühlen, Gedanken und seinem Sprechen. An ihnen lässt sich die Wirkung unserer Erfahrung der Welt lesen, wie wir uns zu ihr stellen, und was wir von ihr erwarten. Dieses Positionieren unseres Selbst in und zu unserer Welt ist ein kontinuierlicher Prozess, er geschieht indem wir reagieren auf das, was uns widerfährt, und dies tun wir zumeist in Mustern, die wiederum unserem aus ebendiesem Prozess erwachsenen Selbstbild und Selbstverständnis entsprechen. Wir erkennen somit alle Facetten unserer Eigenart, von der Art wie wir Gehen, Stehen oder Sprechen bis zu den verborgeneren Vorgängen der Adaption und Regulation unseres Organismus in einem Kontinuum aus Ursache und Wirkung in einem komplexen System.

 

Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich mich mit den Themen Körper und Gesundheit, Krankheit und Therapie befassen.

 

Die unserem Selbstverständnis und Verhalten zugrundeliegenden, weitestgehend unbewussten Muster formen also in vielschichtiger Weise unseren Umgang mit allen Einflüssen denen wir laufend ausgesetzt sind. Dies äussert sich in unserer emotionalen Stabilität, der geistigen Flexibilität, aber auch in der körperlichen Beweglichkeit, Kraft und Anpassungsfähigkeit. Sie definieren, mit welchen Emotionen wir auf eine Gegebenheit reagieren, aber auch, wie unser Körper mit Widerständen umgeht. Kann unser Organismus sein inneres Gleichgewicht wahren oder verhindert eine bestimmte Reaktionslage ebendies und schränken uns unsere Muster dahingehend ein, dass keine Regulation stattfinden kann und wir mit Beschwerden kämpfen? Wie zwingend sind die Muster, deren Linien wir ebenso selbstverständlich wie unwillkürlich folgen?

„Jede Wirkung ist ein von ihrer Ursache verschiedenes Ereignis.“ David Hume

 

Vor allem bei chronifizierten Schmerzzuständen und komplexen Beschwerdebildern ist die Ursache, so sich denn eine finden lässt, oft nicht eindeutig. Können wir aber in dem komplexen System unseres Organismus den Impuls setzen, welcher einen neuen Weg des Umgangs mit einer ursächlichen Störung freigibt und damit deren Bewältigung ermöglicht, haben wir oft gleichsam die Grundlage geschaffen, um auch gegen zukünftige Belastungen besser gewappnet zu sein.

Auch die Behandlung von klarer zuzuordenenden Beschwerden, beispielsweise von Sportverletzungen, kann in diesem Kontext erfolgen.

 

Der gezielt gesetzte therapeutische Reiz wird zur Frage, zum Vorschlag, zur Aufforderung an den Organismus in seinem momentanen Zustand. Daraus kann eine Interaktion entstehen, die aus festgefahrenen Mustern herausführt. Raum für neue Möglichkeiten tut sich auf, und wir können freier, beweglicher und gesünder werden.

 

 

03.04.2019